Zwei Inselgruppen - Kontinentale Inseln und Ozeanische Inseln
Zwei Gruppen von Inseln können daher zunächst nach der Art ihrer Entstehung unterschieden werden, kontinentale Inseln und ozeanische Inseln; jene als verbliebene Gipfel eines vom Meer teilweise überfluteten Kontinents, diese als vulkanische Kegel, ruhend auf dem plastischen Ozeanboden, bald schwarz und steil, bald eingesunken unter der Last steten Wachstums belebter Korallenriffe.
Das Bodenrelief des Indischen Ozeans (Abb. 1) zeigt bereits beste Beispiele dreier Bauformen von Inseln. Aus der Gruppe der Seychellen fallen Mahé, Praslin oder La Digue schnell als typische Vertreter erstgenannter, also der kontinentalen Gruppe auf: höhere Bergkuppen, überhäuft mit riesigen Granitblöcken, der Rest eines versunkenen Kontinents. Noch vor hundert Jahren lebten hier Krokodile, welcher Umstand bereits zeigt, dass diese Inselgruppe vor langer Zeit Teil eines mit Afrika zusammenhängenden größeren Kontinents war; die Geologen nennen ihn Gondwana.
Der deutsche Geologe Alfred Wegener wies nach, dass Afrika, Antarktis, Indien, Arabien, Australien und Südamerika aus dem im Erdmittelalter aufbrechenden Superkontinent Gondwana hervorgegangen waren und nach der von ihm bereits 1912 entwickelten Theorie der Kontinentalverschiebung in ihre heutige Lage kamen, hunderte kontinentaler Inseln gleichsam als Splitter zwischen sich lassend. Unter dem Namen Plattentektonik wurden Wegeners Thesen vielfach bestätigt und sind heute allgemein anerkannte Grundlage der Entstehungsgeschichte der Erde.
Bodenrelief des Indischen Ozeans
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Abb. 1:
Bodenrelief des westlichen Indischen Ozeans
(Tiefen- u. Höhenangaben in Fuß unter/über dem Meeresspiegel; Höhenangaben in Klammern: Höhe über mittlerem Tiefseeboden)
Ausschnitt, entnommen aus der Beilage INDIAN OCEAN FLOOR zur Zeitschrift The National Geographic Magazine, Okt. 1967 (Nachdruck 1971)
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